Neujahrsempfang von Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Rhein-Hunsrück – „Zusammenwachsen – für Klima, Land und Leute“

In der gut besuchten Stadthalle Boppard stand der diesjährige Neujahrsempfang von Bündnis 90/Die Grünen ganz im Zeichen von Klimaschutz, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Zusammenhalt. Unter dem Motto „Zusammenwachsen – für Klima, Land und Leute“ wurde deutlich: Grüne Politik denkt Klima-, Natur- und Sozialfragen zusammen – und wirkt auf vielen Ebenen.

In ihrer Rede betonte die Grüne Spitzenkandidatin Katrin Eder, wie zentral Klimaschutz für ihre Politik ist – nicht nur als ökologische Notwendigkeit, sondern auch als Voraussetzung für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Klimaschutz gelinge nur dann, wenn Menschen mitgenommen würden und sich als Teil des Wandels verstünden. Insbesondere ging Katrin Eder auf die aktuellen Diskussionen bezüglich dem Ausbau der Windenergie im Rhein-Hunsrück-Kreis ein und betonte, dass die Kernzone des Soonwalds, welche sich vollständig im Besitz von Landesforsten befindet, von Windenergieanlagen freigehalten wird. Auch Dominik Loch, Kreisvorsitzender und Landtagskandidat der Grünen Rhein-Hunsrück, bezog klar Stellung zu aktuellen Diskussionen über neue Windenergiegebiete im Rhein-Hunsrück-Kreis. Er forderte die Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald auf, von weiteren, großflächigen Windenergiegebieten im Rhein-Hunsrück-Kreis abzusehen. Denn obwohl der Ausbau der Windenergie im Rhein-Hunsrück-Kreis ein Erfolgsmodell ist, von dem die Kommunen finanziell erheblich profitieren, hat der Rhein-Hunsrück-Kreis seinen Beitrag über die Maße erfüllt.

Ein besonderes Privileg für unsere Region machte Julian Joswig, Grüner Bundestagsabgeordneter, sichtbar: Er berichtete aus dem Bundestag und dem Europarat und machte deutlich, wie wichtig diese starke grüne Stimme aus dem ländlichen Raum auf Bundes- und europäischer Ebene seit seiner Wahl ist. Mit großem Dank wurde zudem Jutta Blatzheim-Rögler verabschiedet, die unsere Region über viele Jahre engagiert im rheinland-pfälzischen Landtag vertreten hat und bei der kommenden Wahl nicht erneut antreten wird. Sie berichtete noch einmal von ihrem Engagement für die aktuelle Landespolitik.

Wie bereits im vergangenen Jahr war auch diesmal ein kurzes Podiumsgespräch Teil des Programms. Es zeichnete ein facettenreiches Bild, indem die drei Ebenen – lokal, kommunal und landespolitisch – jeweils eigene Schwerpunkte setzten. Christian Büning stellte in seiner Moderation heraus, wie sehr alles ineinandergreift.

Für die lokale Ebene sprach Okka Senst, Koordinatorin des Café International Büchenbeuren. Sie schilderte, wie in einem Begegnungsort durch vielfältige Angebote soziales Miteinander gestärkt wird und aktuell das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus rückt. „Alles gehört mit allem zusammen. Nachhaltigkeit wollen wir ganzheitlich sehen und bearbeiten“, so Senst. Deshalb habe man gerade eine zweitägige Zukunftswerkstatt mit Engagierten aus Café und Gemeinde durchgeführt, um die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 der Vereinten Nationen vor Ort zu beginnen. „Darauf hat sich eigentlich die ganze Weltgemeinschaft verständigt – und wir wollen im Kleinen damit anfangen.“

Die kommunale Ebene vertrat der ehemalige Bürgermeister von Schnorbach, Bernd Kunz, der vom weithin bekannten „Schnorbacher Modell“ berichtete. Hier hat man es geschafft, durch die Weitergabe der Einnahmen aus der Windenergie an die Bevölkerung, Akzeptanz für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu schaffen und gleichzeitig ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu wecken.

Katrin Eder unterstrich im Gespräch, wie unverzichtbar solches bürgerschaftliche Engagement ist. Politik könne Rahmenbedingungen schaffen, Ideen und Umsetzung jedoch seien ohne eine aktive Zivilgesellschaft nicht möglich.

Am Ende waren sich die Veranstalter einig: Das Thema Zusammenwachsen ist längst nicht ausdiskutiert – und wird die politische Arbeit auch in Zukunft prägen. Es ist zudem entscheidend für den Erhalt der Demokratie.

Musikalisch eingerahmt wurde der Empfang von Wiebke Richter und Steffen Mühlbauer. Kaffee, Kuchen und Getränke – inklusive Weinen vom Weingut Heilig Grab aus Boppard – rundeten den Nachmittag ab und machten den Neujahrsempfang zu einem offenen, einladenden Ort der Begegnung, des Austauschs. Am Ende überwog die Zuversicht: Wenn Engagement vor Ort, kommunale Erfahrung und politische Verantwortung zusammenwirken, kann nachhaltige Entwicklung gelingen. Der Neujahrsempfang machte deutlich, dass Zusammenwachsen möglich ist – und Hoffnung auf positive Entwicklungen begründet.